Einige Gedanken über die Gemeindeentwicklung in Gutenstein!

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Einige GutensteinerInnen werden sich fragen, was eine Wienerin, die hier hauptsächlich mit ihrer Familie die Freizeit verbringt in der Gemeinde einbringen kann. Nun, es geht mir nicht darum den Wienern in Gutenstein eine Stimme zu geben … denn meine Erfahrung war durchwegs dass meine Familie und ich wirklich willkommen waren (und sind) und nie auf die Art von Ablehnung oder Ausgrenzung trafen, die Wienern angeblich öfters in ländlichen Gemeinden widerfährt. Als wir unser Haus 2005 erwarben, lud uns sogar der damalige Bürgermeister zum Abendessen ein und wir erhielten mannigfaltige liebe Unterstützung durch NachbarInnen. Natürlich, wie immer und überall gibt es für diejenigen mit Zweitwohnsitz in Gutenstein, sowie vor allem für PendlerInnen Verbesserungswürdiges, wie z.B. die Öffnungszeiten der Wertstoffsammelstelle … aber im Grunde sehe ich keine massiven kurzfristigen Themen, die nicht auch ohne unsere Initiative ‚Gut für Gutenstein‘ konstruktiv diskutiert werden könnten.

Vielmehr ist es so, dass die Initiative ‚Gut für Gutenstein‘ sich nun hauptsächlich um die langfristige Zukunft Gutensteins annimmt: Wofür steht Gutenstein? Wohin soll es sich entwickeln? Was gilt es zu bewahren, was zu erneuern? – und diese Themen sollten uns Allen, auch Jenen die nur einen Teil ihres Lebens mit Gutenstein verbunden haben, am Herzen liegen.

Somit sehe ich meine Rolle darin beim nachhaltigen ‚Gestalten‘ mitzuhelfen und hier denke ich, dass ich, gerade dadurch dass ich Manches mit etwas mehr Abstand betrachten kann, vielleicht ein paar gute Anregungen geben könnte.

Zum Beispiel fällt es mir möglicherweise leichter, Gutenstein im Zusammenhang mit Pernitz zu sehen. Es ist offensichtlich, wie Pernitz sich mehr und mehr zu einem wirtschaftlichen und somit auch Geschäftszentrum im Nahbereich entwickelt. Somit denke ich wäre es sinnvoll, über (historisch gesehen) kurzfristige persönliche Interessen und parteipolitische Gegebenheiten hinweg einen Zukunftsdialog mit Pernitz zu entwickeln und hier auch klar abzustecken, welche Initiativen und Infrastrukturprojekte die Pernitz vorantreibt, kann auch GutensteinerInnen Vorteile bringen – daher muss man das Rad hier nicht noch einmal erfinden – und andererseits, bei welchen Potentialen Gutenstein der logische Vorreiter ist? Kann zum Beispiel Pernitz hinsichtlich landschaftlicher Schönheit, architektonischer, historischer und kultureller Gegebenheiten, Luftqualität, ja sogar Wetterbedingungen eine ähnliche Qualität bieten, wie Gutenstein? Und wenn nicht, worauf sollte sich Gutenstein konzentrieren und worauf Pernitz?

Wenn man die anstehenden Themen aus diesem Blickwinkel betrachtet, wird man ganz natürlich zu sinnvollen Ergebnissen kommen, wenn man sich überlegt ob notwendige neue industrielle bzw. infrastrukturelle Anlagen direkt im Zentrum von Gutenstein oder in den Nebentälern angesiedelt werden sollten oder ob man vorhandene Infrastrukturen die zwischen dem Gutensteiner Zentrum und Pernitz liegen umwidmet bzw. revitalisiert und dies vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pernitz. Gerade in Vorderbruck gibt es viel Substanz die droht bald brach zu liegen, wenn hier nicht übergeordneter gedacht wird. Ich denke da an die Werkshallen der Firma Schmidt, den Gutensteiner Hof, die Fernwärme Fa. Fenzl als vorhandene Strukturen (nahe dem existierenden Pflegeheim), deren Inhaber in Entwicklungsdiskussionen aktiv eingebracht werden sollten. Vor diesem Hintergrund ist es für mich schwer verständlich, warum wir aktuell über einen Neubau(!) von Seniorenwohnungen im Zentrum Gutensteins diskutieren müssen. Es mangelt in Gutenstein nicht an Bauten sondern eben an einem gesamtheitlichen, langfristigen Konzept.

In weitaus schwieriger gelagerten Regionen die wirtschaftlich im ‚Abseits‘ liegen, wie z.B. dem Waldviertel, haben mutige Bürgermeister, die offen und konsequent genug waren, mit Hilfe engagierter BürgerInnen und internationaler Experten auch manchmal unorthodoxe Ideen umzusetzen wahre Wunder geleistet … in unserem mit einem wachsenden Wirtschaftsraum gut verbundenen Gutenstein sollte hier doch mit Herz, Wissen um unsere Stärken und Toleranz, um einiges Mehr möglich sein!

 

Wünsche noch einen schönen Sonntag

Nicole Albert-Wilding

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