Unterstützungserklärung für „BLEIB VITAL IN GUTENSTEIN“!

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Spät aber doch ermöglicht die ÖVP Gutenstein den Bürgern von Gutenstein an einem Entscheidungsprozess teilzunehmen.

Da sie im Gemeinderat die absolute Mehrheit hat zeigte die ÖVP bisher wenig Interesse an der Meinung der Bürger, aber die Wahlen nähern sich und sie erinnert sich wieder an jene, deren Diener sie eigentlich sein sollte.

Gewählte Gemeindevertreter haben natürlich die Verpflichtung Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu fällen, sollten aber ein Gefühl dafür haben zu spüren, wann eine Entscheidung über das von den Bürgern hinausgehende Mandat Bedeutung hat. Dies ließ der Gemeinderat bisher vermissen.

Nunmehr werden wir zu einer Unterstützungsunterschrift aufgerufen um im Nachhinein ein Projekt, das auch weiterhin jeder Notwendigkeit entbehrt, zu legitimieren.

Allein der Titel „BLEIB VITAL IN GUTENSTEIN“ macht mich schon schmunzeln, da – wenn man IM ORT einkaufen geht, dies wäre allen Gemeinderäten, ÖVP-Mandataren zu empfehlen – sähe, dass Gutensteiner auch noch mit 85, 90 oder mehr Jahren selbstständig einkaufen und auch berichten, wie aktiv sie ihren Alltag gestalten, die brauchen KEINE ZUGEKAUFTEN UNTERHALTERINNEN. Ihren Alltag erledigen sie selbstständig, bei Bedarf mit privater oder öffentlicher Hilfe, aber eben so viel wie unbedingt nötig. KÖRPERLICHE und GEISTIGE HERAUSFORDERUNGEN erhalten uns VITAL!!!

In Gutenstein – ich kenne einige Bürger, die damit bereits konfrontiert waren – , ist es Gott sei Dank noch immer so, dass sich Angehörige um hilfsbedürftige Familienmitglieder kümmern, beziehungsweise die Nachbarschaftshilfe und Freundeshilfe funktioniert. Dies ist menschlich gesehen nicht nur die beste Lösung, sondern für das Gemeinschaftsgefüge auch die kostengünstigste. Das weiß jeder, der Angehörige, Freunde oder Bekannte in Pflegeeinrichtungen hat und über die anfallenden Kosten Bescheid weiß. Warum also brauchen wir ein betreubares Wohnen?

Behindertengerechte Wohnungen stehen im Zentrum von Gutenstein leer, fehlt der Bedarf oder sind sie schlichtweg zu teuer?

Fehlt der Bedarf – so brauchen wir nicht noch welche!!!

Sind sie zu teuer – dann kommen die geplanten Wohneinheiten auch nicht günstiger (denn Mietzuschuss kann ich überall beantragen, nicht nur in einer Einrichtung für betreubares Wohnen) und über anfallende Betriebskosten, weiß ich in meiner Wohneinrichtung Bescheid, in dem geplanten Projekt sind diese noch offen.

Zur Versorgung des Haushaltes brauche ich in meinem bisherigen Wohnbereich Heimhilfe, aber auch in der geplanten Einrichtung für betreubares Wohnen – also wo ist der Vorteil?

Zum Glück ist das System der sozialen Dienste in Österreich so gut entwickelt, dass für jede Lebenssituation passende Unterstützung möglich ist, sodass meine Angehörigen diesbezüglich keine Sorgen haben müssen.

Wünsche noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche,

Dr. Charlotte Knoll