Anonyme/r Briefschreiber/in „Traurig“

Liebe/r anonyme/r Briefschreiber/in „Traurig“!

Menschenunwürdig“ ist ein, aus meiner Sicht, unglücklich gewählter Begriff, der die Gegenfrage aufwirft: Was ist laut Herrn/Frau „Traurig“ menschenwürdig?

Ist es besser alte Menschen aus einer gewohnten Umgebung herauszureißen, die oft einmal die letzte Grundlage für das noch selbstständige Leben darstellt?

Ist es besser das Eigenheim zu verkaufen und stattdessen in eine teurere Mietwohnung mit Option auf Pflege zu ziehen?

Ist es besser von dort, sollte die adäquate Pflege nicht mehr möglich sein, ins Pflegeheim übersiedelt zu werden?

Wie bereits durch Herrn/Frau „Traurig“ erwähnt, die Kosten der Betreuung sind die selben, aber es geht auch um die Umgebung wo diese stattfindet.

Im Gespräch mit älteren Personen und auch im Gespräch mit Kollegen im Piestingtal und darüber hinaus, kommt immer wieder der Wunsch, so lange als möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben zur Sprache.

Zum Beispiel ein passionierter Jäger, der seine letzten Stunden im Schaukelstuhl vor seinem Fenster mit Blick auf den Wald und das Wild verbringen wollte. Dieser Wunsch konnte mit Hilfe des ansässigen Hausarztes, durch gute Betreuung ermöglicht werden.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist sicherlich eine langfristige Bedarfserhebung, mit gezielten Befragungen der Betroffenen (nicht nur der Angehörigen) und zusätzlicher Evaluation der Angebote in der nächsten Umgebung.

Schöne Adventzeit

Dr. Wolfgang Schebesta

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